Samstag, 29. Dezember 2018

Germanischer Bärenhund- Anfang der Reinzucht

Nachdem Ende der 80`er Jahre des 20. Jahrhunderts mit dem Fehlwurf zwischen Bernhardiner und weißem Hirtenhund die Geburtsstunde des modernen Germanischen Bärenhundes markiert war, begann Carsten Kieback in Brandenburg gezielt mit der Zucht des Germanischen Bärenhundes.
Ziel dabei war ein kinderlieber, gutmütiger Riese von bärigem Aussehen, geeignet als Familienhund, der charakterfest und gesund sein sollte.






Um welche Rasse es sich bei dem weißen Hirtenhund bzw. Herdenschutzhund handelt hat Herr Kieback nicht bekannt gegeben. Ausgeschlossen hat er jedoch, dass es sich dabei um Kuvasz, Kangal, Kaukase, Leonberger oder Neufundländer handelt.
In der Folge kam es dadurch zu zahlreichen Spekulationen, bei denen selbsternannte Fachleute mit absoluter Sicherheit sagten, um welche Rasse es sich handelt.
Das Ergebnis war eine Verunsicherung aller, die sich für die Germanischen Bärenhunde interessierten.

Carsten Kieback vollendete die Zuchtlinie der Bärenhunde, so dass sie im Jahre 1994 vom Deutschen Rassehunde Club e.V. als Rasse anerkannt wurde.
Seitdem wird der Germanische Bärenhund reinrassig gezüchtet.
Die Einzucht von Grundrassen ist nur durch den Erstzüchter gestattet.

Bei der Rasseanerkennung hat es Herr Kieback bei der Anerkunng durch den DRC e.V. und der IKU (Internationale Kynologische Union) belassen.
Eine Anerkennung durch den FCI hielt er bisher, aufgrund der Anerkennung durch die genannten Verbände, nicht für notwendig, was sich im Nachhinein als großer Fehler erwies.
Eine negative Folge davon ist, dass viele Züchter die unterschiedlichsten Rassen kreuzen und als Germanische Bärenhunde verkaufen.




Nach Vollendung der Zuchtline wurde die Verbreitung des Germanischen Bärenhundes durch Streitereien und persönliche Differenzen einiger Züchter und Besitzer immer wieder zurück geworfen.
Ein geplanter Antrag auf Rasseanerkennung durch den FCI ging in diesen Streitigkeiten unter.
Einige Züchter gingen nun dazu über, bei der Zucht des Germanischen Bärenhundes vermehrt Leonberger einzukreuzen (nicht nur zur Blutauffrischung). Abgesehen davon, dass sie damit den Rassestandard untergruben, kam durch die Einkreuzung, unterstützt durch dass immer ähnlichere Aussehen mit den Leonbergern,  vermehrt die Kritik auf, bei dem Germanischen Bärenhund handele es sich nur um einen zu teuer verkauften Leonbergermischling.
Bisher konnte dieser negative Trend leider nicht gestoppt werden.




Wohl wissend, dass die Tierzucht und insbesondere die Zucht der großen, mächtigen Germanischen Bärenhunde ein Bereich intensiver Arbeit ist, finden sich doch immer wieder begeisterte Züchter dieser Rasse, die nach dem vom DRC anerkannten Rassestandard züchten und dafür sorgen, dass es diese wunderbaren Tiere auch in Zukunft gibt.

Deutschlandweit gibt es drei Vereine für Germanische Bärenhunde:
- Freunde der Germanischen Bärenhunde
- Verein zu Anerkennung Germanischer Bärenhunde
- Erstzüchterverein Germanischer Bärenhunde

Es bleibt zu hoffen, dass es den Vereinen in Zusammenarbeit mit den Züchtern gelingt, eine an den bisherigen Rassestandard  angelehnte Rasseanerkennung durch den FCI erreichen zu können.

Sonntag, 23. Dezember 2018

Beinahe gäbe es ihn nicht mehr- den Pyrenäenberghund

Ende des 19.Jahrhunderts begann ein Umbruch in den Pyrenäen. Die Entdeckung des Strychnins sorgte für die Ausrottung der Wölfe. Durch Bejagung aber auch den Ausbau von Strassen und den Bau von Talsperren wurden die Bären immer weniger. Die Menschen drangen immer tiefer in die Pyrenäen ein. Das einstige Symbol der Hirten zum Schutz der Herden, der Pyrenäenberghund, wurde nicht mehr gebraucht.

Da die Patous keine Aufgabe mehr hatten, begannen sie sogar auf den Bauernhöfen zu stören.
Sie störten so sehr, dass sie angeleint wurden.
Das Anleinen und Anketten hatte schlimme Konsequenzen: Die Freiheitsliebenden und Freiheitsgewohnten Tiere, die über Jahrhunderte für das freie und selbstständige Arbeiten gezüchtet wurden, wurden an der Leine aggressiv.
So wandelte sich das Bild des großen, stolzen Hundes; nun wurde er als böse und gefährlich angesehen.


Eine Zählung (1982-1986), bei der 276 Bürgermeister der Dörfer befragt wurden. ergab ein deprimierendes Ergebnis: Nur 69 lebende Tiere konnten gefunden werden.

Freitag, 21. Dezember 2018

Germanischer Bärenhund- Der erste Wurf


In einem Telefoninterview erzählte Carsten Kieback, der Erstzüchter der Rasse, von der Geburtsstunde der GermanischenBärenhunde:

„1975 wurde „Wuschel“, der Vorläufer der Bärenhunde geboren. Entstanden aus einem Fehlwurf zwischen weißem Hirtenhund und Bernhardiner. Zu diesem Zeitpunkt fuhr ich noch LKW und mein Zwingername lautete „von Damnarz“.
 
„Wuschel“ weilte von 1975 bis 1989 auf dieser Erde. Eine Woche nach seinem Tod gebar meine Bernhardinerhündin „Krümel“ den ersten Wurf Germanischer Bärenhunde. An diesem Tag tobte ein schweres Gewitter. Als am Himmel ein wunderschöner Regenbogen erschien wurden fünf zauberhafte Welpen geboren. Am 19.07.1989 gab es den historischen, ersten Eintrag Germanischer Bärenhunde im Zuchtbuch. Die Welpen hießen: „Balu“, „Troll“, „Jilly“, „Gila“ und „Maja“!

Montag, 17. Dezember 2018

Pyrenäenberghund (Patou)- Rassestandard

FCI-Rassestandard des Pyrenäenberghundes

FCI Standard Nr. 137 /05.06.2002 / D
Übersetzung: Dr. J.-M. Paschoud und Frau R. Binder
Ursprung: Frankreich
Datum der Publikation des gültigen Standards: 13.03.2001
Verwendung: Hirtenhund zum Schutz der Herden in den Bergen.
Klassifikation FCI: Gruppe 2 Pinscher, Schnauzer,
Molossoide – Schweizer Sennhunde
Sektion 2.2 Molossoide, Berghund – Berghunde ohne Arbeitsprüfung



Allgemeines Erscheinungsbild: Großer, imposanter, kräftig gebauter Hund, jedoch nicht ohne eine gewisse Eleganz.

Wichtige Proportionen:
  • Die größte Breite des Schädels entspricht seiner Länge
  • Der Fang ist etwas kürzer als der Schädel
  • Die von der Bugspitze bis zum Sitzbeinhöcker gemessene Körperlänge übertrifft leicht die Widerristhöhe
  • Die Tiefe der Brust entspricht oder ist etwas geringer als die Hälfte der Widerristhöhe.

Verhalten /Charakter (Wesen): Da der Hund ausschließlich zum Schutz der Herden gegen Angriffe durch Raubtiere verwendet wurde, beruhte seine Zuchtauswahl auf seiner Eignung als Wächter, auf seinem achtungsgebietenden Auftreten und auch auf seiner Beziehung zu seiner Herde. Die sich hieraus ergebenden Eigenschaften sind Kraft und Wendigkeit, sowie Sanftmut und Bindung an seine Schützlinge. Dieser Schutzhund hat einen Hang zur Unabhängigkeit und Eigeninitiative, der von seinem Herrn eine gewisse Autorität erfordert.

Kopf: Nicht zu mächtig im Verhältnis zur Größe des Hundes, die Kopfseiten sind ziemlich flach.

Oberkopf:
  • Schädel: Die größte Breite des Schädels entspricht seiner Länge. Er ist leicht gewölbt, da die Scheitelbeinleiste zu fühlen ist. Der Hinterhaupthöcker ist sichtbar, da dass der Schädel in seinem hinteren Teil die Form eines Spitzbogens hat. Die Augenbrauenbögen sind nicht betont und die Stirnfurche ist beim Abtasten zwischen den Augen kaum fühlbar.
  • Stop: In sanfter Neigung.

Gesichtsschädel:
  • Nasenschwamm: Völlig schwarz.
  • Fang: Breit, etwas kürzer als der Schädel, sich allmählich zum Nasenschwamm hin verjüngend. Von oben gesehen hat er die Form eines V mit abgestumpfter Spitze. Es ist unter den Augen gut ausgefüllt.
  • Lefzen: Die wenig hängenden Lippen bedecken knapp den Unterkiefer; sie sind schwarz oder sehr kräftig schwarz gefleckt, ebenso der Gaumen.
  • Kiefer /Zähne: Das Gebiss muss vollständig sein, die Zähne sind gesund und weiß. Scherengebiss (die Schneidezähne des Oberkiefers stehen ohne Zwischenraum vor den unteren). Zangengebiss zulässig, auch dann, wenn die beiden mittleren Scheidezähne des Unterkiefers nach vorne gekippt sind.
  • Augen: Eher klein, mandelförmig, leicht schräg eingesetzt; im Ausdruck klug und bedächtig, von dunkler Bernsteinfarbe. Die schwarz geränderten Lider sind nie schlaff. Der Blick ist sanft und verträumt.
  • Ohren: In Augenhöhe angesetzt, ziemlich klein, dreieckig, mit abgerundeter Spitze. Sie hängen flach anliegend am Kopf herab und werden bei Aufmerksamkeit ein wenig höher getragen.

Hals: Kräftig, ziemlich kurz, mit wenig entwickelter Wamme.

Körper:
  • Die von der Bugspitze bis zum Sitzbeinhöcker gemessene Körperlänge übertrifft leicht die Widerristhöhe. Der Abstand vom Brustbein zum Boden beträgt ungefähr die Hälfte der Widerristhöhe, darf jedoch keinesfalls geringer sein.
  • Obere Profillinie: Gut gefestigt.
  • Widerrist: Breit.
  • Rücken: Von guter Länge, fest.
  • Lenden: Mittellang.
  • Kruppe: Leicht schräg mit ziemlich hervortretenden Hüftknochen.
  • Brust: Sie ist nicht allzu tief, aber breit und lang. Sie reicht bis auf Höhe der Ellenbogen, aber nicht tiefer. Die Tiefe der Brust entspricht oder ist etwas geringer als die Hälfte der Widerristhöhe. Die Rippen sind leicht gerundet.
  • Flanken: Wenig tief.

Rute: Sie reicht mindestens bis zum Sprunggelenkhöcker. Sie ist buschig und bildet eine Fahne. In Ruhestellung wird sie tief getragen, vorzugsweise mit einem Haken am Rutenende; bei Aufmerksamkeit wird sie hoch und stark gerundet über dem Rücken getragen, wobei nur die Rutenspitze die Lendengegend berührt (er „schlägt ein Rad“, arroundera“ in der Sprache der pyrenäischen Bergbewohner).
Gliedmaßen:

Vorderhand:
  • Die Vorderläufe sind kräftig und stehen senkrecht.
  • Schultern: Mittelmäßig schräg
  • Oberarm: Gut bemuskelt, mittellang.
  • Unterarm: Gerade, kräftig, gut befedert.
  • Vorderfußwurzelgelenk: In der Verlängerung des Unterarmes platziert.
  • Vordermittelfuß: Leicht schräg stehend.
  • Vorderpfoten: Etwas länglich, kompakt, mit etwas gewölbten Zehen.

Hinterhand:
  • Die Befederung an den Hinterläufen ist reicher und länger als an den Vorderläufen. Von hinten gesehen stehen die Hintergliedmaßen senkrecht zum Boden.
  • Oberschenkel: Nicht sehr lang, mittelmäßig schräg; die Muskulatur ist stark entwickelt und rundlich verstehend.
  • Knie: Mäßig gewinkelt, parallel zur Körperachse gelagert.
  • Unterschenkel: Mittellang, kräftig.
  • Spunggelenk: Breit, trocken, mittelmäßig gewinkelt
  • Hinterpfoten: Etwas länglich, kompakt, mit etwas gewölbten Zehen.
  • Afterkrallen: Beide Hinterläufe tragen doppelte, gut entwickelte Afterkrallen. Die Vorderläufe tragen manchmal einfache oder doppelte Afterkrallen.

Gangwerk/Bewegung: Die Bewegung des Pyrenäen-Berghundes ist kraftvoll und frei, niemals schwerfällig; der Bewegungsablauf ist eher weitausgreifend als schnell und zeigt durchaus Geschmeidigkeit und Eleganz. Die Winkelungen erlauben dem Hund eine gleichmäßige, ausdauernde Fortbewegung.

Haut: Dick und geschmeidig, sie weist oft am ganzen Körper Pigmentflecken auf.

Haarkleid:
Haar: Dicht und schlicht; ziemlich lang und geschmeidig; an den Schultern und am Rücken ziemlich spröde; länger an der Rute und um den Hals, wo es leicht gewellt sein darf. Das Haar der „Hosen“ ist feiner, wolliger und sehr dicht. Die Unterwolle ist ebenfalls sehr dicht.

Farbe: Weiß oder Weiß mit grauen (dachsfarbenen oder wolfsfarbenen), blassgelben oder orangefarbenen (rostigen) Flecken an Kopf, Ohren und Rutenansatz, manchmal auch auf dem Körper. Die dachsfarbene Flecken werden bevorzugt.



Größe und Gewicht:
Widerristhöhe:
  • Für Rüden: 70 bis 80 cm
  • Für Hündinnen: 65 bis 75 cm
Sehr typischen Hunden wird nach oben eine Toleranz von 2 cm zugestanden.

Gewicht:    
  • Rüden: ungefähr 60 kg
  • Hündinnen: ungefähr 45 kg

Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Allgemeines Erscheinungsbild:
  • Den Eindruck von Schwerfälligkeit erweckend, ohne Adel. Dicker, schlaffer, träger Hund.

Kopf:
  • Zu schwer, rechteckig.
  • Schädel zu breit, gewölbte Stirn.
  • Zu betonter oder fehlender Stop.
  • Zu stark hängende, lefzenförmige Lippen.
  • Ungenügende Pigmentierung von Nasenschwamm, Lidränder und Lippen.

Augen:
Rund, hell, tiefliegend oder vorstehend, zu groß oder zu klein, zu dicht beieinander liegend oder zu weit auseinander stehend. Nickhaut sichtbar. Ausdruck hart.

Ohren:
Breit, lang, eingedreht, gefaltet, zu hochangesetzt oder nach hinten zurückgelegt getragen.

Hals:
Dünn, etwas lang oder im Gegenteil zu kurz, den Eindruck erweckend, der Kopf befinde sich zwischen den Schultern. Zu stark entwickelte Wamme.

Körper:
  • Oberlinie eingesunken oder gewölbt, überbaut.
  • Vorderbrust zu breit oder zu schmal, Rippen flach oder, im Gegenteil, tonnenförmig.
  • Bauch windhundartig aufgezogen oder hängend.

Rute:
Nicht dicht behaart oder schlecht getragen, zu kurz oder zu lang, ohne Befederung, ausbleiben des Radschlagens“ in der Bewegung oder ständiges „Radschlagen“ selbst in Ruhestellung.

Vorderhand:
  • Schulterblatt-/Oberarmwinkel zu offen
  • Zehenweit oder zeheneng

Hinterhand:
  • Steiles oder übertrieben gewinkeltes Sprunggelenk
  • Zehenweit oder zeheneng

Pfoten:
Lang, flach

Haar:
Kurz oder gekräuselt, seidig, weich, fehlende Unterwolle

Ausschließende Fehler:
  • Nasenschwamm: Von anderer Farbe als ganz schwarz
  • Kiefer /Zähne: Vor- oder Rückbiss, sowie jede Missbildung der Kiefer
  • Augen: Depigmentierte Augenlider, gelbe Augen.
  • Afterkrallen: Keine Afterkrallen, einfache oder verkümmerte doppelte Afterkrallen an den hinteren Gliedmassen
  • Haarfarbe: Andere Farben als im Standard angegeben
  • Größe: Außerhalb der zulässigen Grenzen
  • N.B. Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

Freitag, 14. Dezember 2018

Germanischer Bärenhund- Rassestandard


Standard

Ursprung: Deutschland
Datum der Publikation des gültigen Originalstandards: 01.12.2006
Verwendung : Lagerschutzhund
Klassifikation IKU/gleich zu setzen mit FCI: Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunden Sektion 2,2 Molosser, Berghunde ohne Arbeitsprüfung.


In den 80 Jahren des 20 Jahrhundert kam es zu einem Fehlwurf, zwischen Bernhardiner und Hirtenhund(*) . Das war die „Geburt“ der Germanischen Bärenhunde. Der Erstzüchter Carsten Kieback vollendete die Zuchtlinie der Bärenhunde, so dass sie als Rasse, im Jahre 1994 vom DRC.(Deutscher Rassehunde Club e.V.), anerkannt wurde.
( *) (nur diese Rassen wurden im GBH eingezüchtet. Eine Fremdrasse entspricht nicht dem Standard. Seit 1997 ist die Einzucht von Grundrassen nur dem Erstzüchter erlaubt. Bei Zuwiderhandelungen sind diese Nachkommen als Mischrassen zu Bewerten! In der Ahnentafel müssen 3 Generation Germanische Bärenhunde ab dem 01.12.2006 eingetragen sein ).
Allgemeines Erscheinungsbild:
Eindrucksvolle Größe und majestätische Erscheinung. Die Gestalt ist wohlproportioniert, der massige Knochenbau und die gute Bemuskelung gibt seinen Bewegungen, die kraftvoll, raumgreifend und ausdauernd sind, eine vollendete Harmonie. Der friedliche und aufmerksame Gesichtsausdruck rundet sein Erscheinungsbild ab.
Wichtige Proportion:
Die größte Breite des Schädels entspricht ca. 65-75 % seiner Länge. Der Fang ist etwas kürzer als der Schädel. Die von der Bugspitze bis zum Sitzbeinhöcker gemessene Körperlänge übertrifft leicht die Widerristhöhe. Die Tiefe der Brust ist geringer als die Hälfte der Widerristhöhe.
Verhalten / Charakter / (Wesen): Der Germanische Bärenhund ist als Lagerschutzhund deklariert, somit ist er Wächter und Behüter seines „Rudels“. In Heutiger Zeit ist das seine Familie und dessen Umfeld. Der Umgang mit Kindern und Haustieren entspricht diesem angeborenen Verhalten. Er ist sehr wachsam, aber kein Kläffer. Sein Schutztrieb ist eher defensiv und zurückhaltend, wobei er die Umgebung ständig in Beobachtung hat. Im Fall einer Bedrohung reagiert er blitzschnell und angemessen.
Kopf: Der Kopf ist trocken und im guten Verhältnis zur Körpergröße. Die Kopfseiten sind ziemlich flach. Sowohl in Bewegung, als auch im Stand, wird der Kopf mittelhoch getragen. Bei Erregung runzelt er die Stirn.
Oberkopf (Schädel): Die größte Breite des Schädels entspricht ca. 65-75 % seiner Länge. Er ist leicht gewölbt, da die Scheitelbeinleiste zu fühlen ist. Der Hinterhauptkörper ist fühlbar. Der Schädel ist in seinem hinteren Teil eher flach mit leichter Eindellung in der Schädelmitte. Die Augenbrauenböden sind nicht betont und die Stirnfurche ist nur leicht Tastbar.
Stop: in sanfter Neigung

Gesichtsschädel:
Nasenschwamm:Schwarz und geräumig mit weiten, gut geöffneten Nasenlöchern. Er ist in der Linie des Nasenrückens gelegen.
Fang: Wesentlich kürzer als der Schädel, in einem Verhältnis von ca. 2 zu1-1/2. Er ist kräftig, quadratisch und fast ebenso breit wie lang. Seine Vorderfront ist flach. Die Seitenflächen des Fanges verlaufen parallel. Von der Seite gesehen, ist der Nasenrücken gerade.
Lefzen: Die Oberlefze ist massig, überhängend und bedeckt den Unterkiefer. Wobei die untere Begrenzungslinie des Fanges durch die Lippen gebildet wird.
Kiefer / Zähne: Das Gebiss muss vollständig sein. Die Zähne sind Gesund und Weiß. Scherengebiss (die Schneidezähne des Unterkiefers 1.1. können leicht nach vorne gekippt sein). Zangengebiss ist zulässig, aber mit Abschlag zu bewerten. Die Molaren müssen bei GBH´s mit 24 – 26 Monaten alle vorhanden sein.
Augen: Mittelgroß, rund oder mandelförmig, gerade nach vorne blickend. Die Augenlider sind gut am Augapfel anliegend. Die Farbe der Iris ist dunkel- oder bernsteinfarben. Der Ausdruck ist lebhaft und aufmerksam. Hängelider sind mit Abschlag zu bewerten.
Ohren: Hoch angesetzt (über Augenhöhe), Form: Dreieckig mit abgerundeter Spitze und hängend flach am Kopf getragen. Bei Erregung, werden die Ohren deutlich vom Kopf gestellt.
Hals: Kräftig, bemuskelt, kurz mit leichter Kehlwamme.
Körper: Die Körpergröße übertrifft leicht die Widerristhöhe, gemessen von der Bugspitze bis zum Sitzbeinhöcker. Der Abstand vom Brustbein zum Boden beträgt ca. die Hälfte der Widerristhöhe. Obere Profillinie: gerade und gut gefestigt.
Widerrist:Ausgeprägt, etwa in einer Linie mit der Kruppe.
Rücken: Geradlinig, stark bemuskelt.
Lenden: Kurz und fest.
Kruppe: Lang und breit, fast gerade, ohne hervortretende Hüftknochen.
Brust: Die Brust ist in den drei Dimensionen gut entwickelt und reicht bis zu den Ellenbogen.
Rute: Hoch angesetzt, an der Wurzel sehr dick. Sie reicht bis unter den Sprunggelenkknochen
und wird in der Ruhestellung tief getragen. Bei Erregung wird die Rute hoch aufgerichtet getragen, ohne sich zu ringeln. Je nach Fellart ist die Rute vollbefedert oder Stockhaar.
Gliedmaßen:Kräftig und gut bemuskelt.
Vorderhand: Die Vorderläufe sind kräftig und stehen senkrecht.
Schultern: Mittellang, mittelmäßig schräg und stärk bemuskelt.
Oberarm: Kräftig, gut bemuskelt und mittellang.
Unterarm: Gerade, sehr kräftig gut befedert.
Vorderfußwurzelgelenk und Vordermittelfuß: Elastisch. In der Verlängerung des Unterarmes platziert.
Vorderpfoten: Breit geschlossen mit leicht gewölbten Zehen.
Hinterhand: Die Befederung ist gut je nach Fellart in der Länge. Von hinten gesehen stehen die Hintergliedmaßen senkrecht zu Boden.
Oberschenkel: Mittellang breit, mittelmäßig schräg, die Muskulatur ist stark entwickelt
Knie mäßig gewinkelt parallel zur Körperachse gelagert.
Unterschenkel :Kräftig, mittellang.
Sprunggelenk:Mäßig gewinkelt breit und trocken.
Hintermittelfuß:Dick und sehnig.
Hinterpfoten: Breit geschlossen mit leicht gewölbten Zehen.
Afterkrallen: Beide Hinterläufe können Afterkrallen tragen, zum Teil auch doppelt.
Gangwerk: Die Bewegung des GBH.s ist sehr kraftvoll und frei. Der Bewegungsablauf ist weit ausgreifend und schnell. Er zeigt Geschmeidigkeit und Eleganz. Die Winklungen erlauben dem GBH. eine gleichmäßige ausdauernde schnelle Fortbewegung.
Haut: Ziemlich dick, am Unterhautbindegewebe gut anhaftend.
Haarkleid:
Haar: Germanische Bärenhunde gibt es in verschieden Fellarten und Farben
1:Stock-Haar kurz bis lang.2: Mittellanges Fell. 3: Langes Fell
. Das Fell kann glatt sein oder auch leicht gewellt bis kraus. Alle Fellarten sind erlaubt
In jedem Fall ist es dicht und geschmeidig mit sehr guter Unterwolle
Am Kopf/ Fang immer kurz Stock-Haar ab Höhe der Ohren gut ausgeprägte Felllänge mit Kragenbildung die sich bis um den Hals runter zur Brust fortsetzt (ausgenommen bei Stock Haar hier fällt das Haar kürzer aus). An den Läufen Fahnenbildung .Die Hosen sind gut behaart. Die Rute ist voll und buschig je nach Felllänge.
Farbe: Blond, hirschrot, graublond, dunkelblond, Anthrazit sowie gestromt und Farbnuancen. Erwünscht sind dunkle Kopfmaske, dunkel Ohren, Rückenfell einfarbig, Rute einfarbig. Weißer Kragen erlaubt.. Weiße Flecken im Rückenbereich nicht mehr als 30% der Grundfarbe. Im Bauchbereich auch weiß oder helle Farbe erlaubt auf der Brust, an der Spitze der Pfoten (Socken) und auf dem Nasenrücken und der Rutenspitze sind weiße Abzeichen zulässig
Rein weißes sowie schwarzes Fell ist nicht erwünscht solche Hunde dürfen nicht zur Zucht eingesetzt werden, auch Hunde mit viel mehr als 30 % weiß im Rückenbereich erhalten keine Zuchttauglichkeit
Größe und Gewicht:
Masse und Gewicht gelten nur für GBH,s die Ausgehwachsen sind (ca. 4 Jahre).
Widerristhöhe: Für Rüden von 70 - 85cm. Für Hündinnen von 65 - 80 cm; leichte Toleranz
Gewicht: Für Rüden 50- 85 kg; Für Hündinnen 35- 70 kg. Leichte Toleranz je nach zustand des Hundes ist möglich.
Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Schwere Fehler: Entropium, ein fehlender Zahn. Heller Nasenschwamm. Einknicken oder verdrehen der Gelenke. Ausgedehnte weiße Flecken im Rückenbereich über 30%, keine Maskenbildung.
Übergroße Hunde
Verhalten: Nervosität oder aggressiv
Ausschließende Fehler
Partielle oder komplette Depigmentierung der Augenlieder, Glasauge, Schielen
- Alle im Standart nicht beschriebenen Farben;
- Rein weiß oder lackschwarzes Fell
Mehrere fehlende Zähne, Vorbiss /Rückbiss
Hund sehr Scheu oder ausgesprochen aggressiv.
Einzucht von Fremdrassen ( Leonberger- Neufundländer) Fehlende /unvollständig
einträge in der Ahnentafel.
Verfasser : Carsten Kieback